Fernab der Zivilisation verläuft entlang der Westküste der USA ein 4277 km langer Wanderweg genannt "Pacific Crest Trail". Zu Fuß benötigt man mehr oder weniger fünf Monate, um von der mexikanischen Grenze nordwärts, Kalifornien, Oregon und Washington zu durchqueren, um schlussendlich Kanada zu erreichen. Jedes Jahr starten ein paar Verrückte, um sich diesem Abenteuer zu stellen. In 2010 bin ich einer davon! ;)



Sonntag, 2. Mai 2010

Lonely

16.Tag (Meile 239)
http://maps.google.com/maps?q=34.12550,-116.75863

Sitze mal wieder Cowboy-Campend, also ohne Tarp unter freiem Himmel, vor meinem Kocher und warte darauf, dass meine heiß ersehnte Tütensuppe endlich fertig wird. Es gibt zum 2.Mal hintereinander Spaghetti-Bolognese. Sozusagen Reste von Gestern (war halt ne 2Mann Tüte). Solange ordentlich Kalorien drinn sind ist es mir eh egal wies schmeckt. Habe heute schon 6 Schoko-/Energieriegel, 200g Studentenfutter und eine doppelte Portion Haferflocken (Frühstück) verputzt. Könnte nicht behaupten, dass ich auch nur ansatzweise satt wäre!

Dafür hat sich mein Körper in eine Art Gehrobotter verwandelt. Versorgt man ihn permanent mit Wasser und Nahrung, läuft er nahezu beliebig lange Strecken. Gestern habe ich auf diese Weise mit 25mi (40km) einen neuen persöhnlichen Rekord aufgestellt. Muß jedoch gestehen, dass ich dafür heute ein wenig in den Seilen hänge. Führe dies aber eigentlich auf die Höhe zurück. Über 2000m führt schon die geringste Steigung dazu, dass ich kurzatmig werde und Pausen einlegen muss, um zu verschnaufen. Werde wohl meine Geschwindigkeit ein wenig drosseln müssen.

Langsamer zu werden hätte noch einen weiteren entscheidenden Vorteil. Seid der Eröffnungsfeier ist der Trail um mich herum recht leer geworden. Bin ein Bisschen einsam. :-( Werde in Big Bear wohl ein paar freie Tage nehmen, um auf die Anderen zu warten. Die meisten sind wohl noch in Idelwild und hoffen auf besseres Wetter um Fuller Ridge zu überqueren. Ich habe stattdessen die Alternativroute über den Black Mountain Trail genommen. Hatte mich bereits zuvor 2 Tage mit Steigeisen und Eisaxt über den Apache-Peak gequält. Der Trail war unter dem tiefen Schnee nicht zu erkennen und so mußte ich mit Kompass und Karte querfeldein wandern. Teilweise entlang ziemlich steiler Abhänge, wo ein ausrutschen auf dem Schnee verheerende Folgen gehabt hätte. Neee, davon brauche ich nicht noch mehr!
Von Fuller-Ridge aus ging es anschließend im ZickZack 16mi bergab und man konnte die ganze Zeit über ins Tal schauen. Einfach grandios! Schön, dass einen der Trail immer wieder für die Strapazen belohnt.

Ach, nochwas. Habe gerade zum wiederholten Mal Geld zum Fenster rausgeworfen. In der Hoffnung, dass DIESER Solarlader nun endlich funktionieren würde. Natürlich funktioniert er nicht! Also wenn einer von euch schonmal gute Erfahrungen mit solch einem Teil gemacht haben sollte, dann schickt mir doch bitte ne Mail (Usb In & Out, inkl. Akku um Handy mindestens einmal voll zu laden).

Michael

Kommentare:

  1. Habe schon die Vorbereitung verfolgt und lese jetzt begeistert und ein bisschen neidisch deine Berichte. Wünsche weiterhin viel Erfolg und vorallem Spaß.
    Grüße Thomas

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  2. Martin (?) "The Other Face" hat schon mal Solarpanels benutzt, du kannst ihn ja mal anmailen.
    Allerdings wie fast alles bei ihm: eher ne Produktvorstellung mit ein paar Stunden Benutzungsdauer.
    Bei ihm ist halt alles sehr theoretisch und wenn's mal drauf ankommt, dann versagt so manches in der Praxis (siehe Island).
    Aber vielleicht kann er dir ja was über die Panels erzählen.
    http://theotherface.wordpress.com/2009/07/16/stromversorgung-unterwegs/

    Gruß vom Polarfuchs

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